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Tagungsbericht: 31. Mai 2008, Büriswilen (Oberegg, AI), bei Berneck SG


Mit der Natur leben: Mit der Sonne leben

Ein  Augenschein auf dem „Sunnehof“: Familie Rolf & Judith Bischofberger

Der Aufstieg vom Rheintal in das Appenzellervorderland (AI) lohnt sich. Inmitten saftiger Wiesen betreibt das Ehepaar Rolf & Judith Bischofberger in der vierten Generation einen Musterhof. Die Richtlinien von Bio Suisse werden strikte eingehalten.

Das Produkteangebot ist vielfältig. Die Vermarktung geschieht teilweise direkt auf dem St. Galler Bauernmarkt.

Milchschafe – elektrisch gemolken – sind heute eine begehrte Quelle für innovative gesunde Produkte. Auf dem grosszügigen Gelände gackern 85 Hühner; Enten watscheln zwischendurch, auch Kaninchen sind vorhanden, feine Beeren werden zu „Confi“ verarbeitet und Frau Bischofberger sorgt dafür, dass auch die Backwaren nicht fehlen.

Der sympathische Appenzeller Bauer mit Meisterdiplom hat das Unternehmertum verinnerlicht.

Solar: na klar

Für den Betriebsinhaber und Chef des Hofes ist es klar, dass er die vorzügliche Hanglage, die fast ideale Ausrichtung des Daches mit einer optimalen Neigung für eine Fotovoltaikanlage nutzt. Diese wurde im Jahre 2007 erstellt.

Jährlich kann mit einer Solarstromproduktion von rund 17 000 kW/h gerechnet werden. Die „Anlageernte“ ist gut angelaufen, sodass die geplanten Werte bisher übertroffen werden konnten. Die sorgfältige Planungsphase hat sich gelohnt.

Die Wechselrichter sind gut zugänglich und perfekt installiert. Das Dach ist nicht voll eingedeckt, damit die im Dach bestehenden Entlüftungseinrichtungen keinen ertragschmälernden Schattenwurf verursachen. (Hinweis: Eine solche Konstruktion verlangt Abklärungen bei der zuständigen Baubehörde.)

Ein Gesuch bei swissgrid betreffend Erhältlichkeit der „kostendeckenden Vergütung“ ist eingereicht. Vor Juli 08 ist kaum mit einer Antwort zu rechnen. Bischofberger und seine Partner rechnen fest damit, dass die Anlage für die erwähnte Einspeisevergütung zugelassen wird.

Die Anlage wurde durch die Firma Conergy GmbH realisiert. Der zuständige Fachmann von Conergy, Herr Frey, erläuterte den interessierten Gästen die Gesamtanlage. Herr Andreas Glogg (E2, Erneuerbare Energien), welcher den Investor beraten hat, erläuterte in seinem Referat die zentralen Aspekte, auf welche bei der Planung, der Investition und dem Betrieb einer Solaranlage geachtet werden muss, und zwar mit Schwergewicht der Fotovoltaik. Herr Rolf von Grünigen von der Firma SolarMarkt AG stand den Teilnehmern für Fragen ebenfalls zur Verfügung.

Aktuelles

 Den Fragen der Teilnehmenden konnt entnommen werden, dass gerade im Appenzellervorland ein grosses Interesse an der Solartechnik besteht. Die Höhenlage ist ideal. Wenig Nebel, selten eine stechende Hitze, welche die Leistungsfähigkeit der Anlagen beeinträchtigen würde und grosse Dachflächen mit idealen Neigungen.

Auf Unverständnis stösst die vom Bund beschlossene bescheidene kostendeckende Einspeisevergütung für die Fotovoltaik. Der „Deckel“ von 16 Mio. CHF wird als zu klein betrachtet. Die Befürchtung wurde geäussert, dass dieser Betrag kein Wachstumsschub auslöst, sogar demotivieren kann mit dem dabei einhergehenden Imageverlust, der anschliessend wieder mühsam aufgebaut werden muss.

Zumindest hofft man, dass der Bund seine Praxis insofern ändern wird, als dass er Gelder, welche bei der „Förderung“ anderer erneuerbaren Energien (z. B. der Windenergie) nicht abgerufen werden, der Fotovoltaik zur Verfügung steht, da auf diesem Gebiet genügend Anträge vorliegen.

Die ungewisse Preissituation auf den Energiemärkten führt bei den potenziellen Investoren zu unterschiedlichen Reaktionen. Bei einer Genehmigung durch die swissgrid eines Fotovoltaikgesuches wird die Entschädigung für 25 Jahre festgelegt. Könnte es sein, dass im Laufe dieser Zeit der Durchschnittspreis für Elektrizität sogar höher ist als derjenige, welcher zum Zeitpunkt der Genehmigung bezahlte Solarpreis? Oder sollte man auf jeden Fall jetzt entscheiden, bevor allenfalls aufgrund der weltweit gestiegenen Nachfrage nach der Fotovoltaik die Investitionskosten stark zunehmen, oder werden diese aufgrund der Marktverbreitung und neuer technologischer Entwicklungen abnehmen? Solche und ähnliche Fragen standen bei den Teilnehmenden an. Die Solarprofis sind bei der Beratung gefordert.

Folgerungen: Das Interesse der Landwirte an der Nutzung der Solartechnik ist gross. Nur noch wenige Bauern werden „Solarinvestitionen“ aus ökologischer Überzeugung tätigen. Im Zentrum stehen Wirtschaftlichkeitsrechnungen. Von den offerierenden Firmen erwartet man, dass diese Verträge unterbreiten, welche alle relevanten Punkte einer Investition enthalten, sodass das Risiko einer Fehlinvestition möglichst klein gehalten wird. Den zinslosen Darlehen kommt bei der Finanzierung eine wichtige Rolle zu. Der Zuzug erfahrener Solarprofis ist unerlässlich. Firmen, welche bereits Objekte bei Landwirtschaftsbetrieben erfolgreich durchgeführt haben, sind im Vorteil.




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