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Tagungsbericht: Erlinsbach 18. Juni 2011

 

Solarbauerntagung in Erlinsbach, SO, 18. Juni 2011

An bester Hanglage hat Josef Lang, Landwirt, gleich im Doppelpack eine imposante Photovoltaikanlage erstellt. Rund 70 Interessierte liessen sich am Samstagnachmittag, 18. Juni 2011, die Anlage erklären und nutzten die Gelegenheit für Fachgespräche. Die Erläuterungen der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien mit Schwergewicht der Solartechnik zeigten klar, dass in der Schweiz die neuen erneuerbaren Energien dann den endgültigen Durchbruch schaffen, wenn der Druck für die notwendige Energiewende von der Basis nach Bern getragen wird.

 

In zwei Reihen: 102.12 kWp installiert

Die auf dem Bauernhof von Josef Lang installierte Photovoltaikanlage ist insofern einmalig, als der Hof über zwei parallel führende Ställe (Mutterkuhhaltung) verfügt, welche sich aufgrund der Lage, Neigung und Ausrichtung für die Anwendung einer Photovoltaikanlage eignen. Insgesamt konnte eine Leistung von 102.12 kWp installiert werden. Zunächst wurde lediglich die Leistung von 40 kWp genutzt, da die elektrische Zuleitung zum Elektrizitätswerk (IBA) verstärkt werden musste. An der Tagung konnte darauf hingewiesen werden, dass die Kosten der Zuleitung überwälzt werden können. Diese Frage war insbesondere bei Anlagen mit einer hohen Leistung und Höfen in abgelegenen Gebieten immer wieder umstritten. Für die Anlage gilt ab 1. Juli 2011 die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Bis zu diesem Zeitpunkt erhält Lang pro kWh 17 Rp. Diese Vergütung ist höher als in vielen anderen Gebieten der Schweiz, wo z. T. lediglich zwischen 8 und 9 Rp vergütet werden.  Die Anlage wurde durch die Firma WindGate AG, Wallisellen, errichtet. Diese Firma hatte bereits in der Nähe eine Solaranlage errichtet. Dies führte zu einer entsprechenden Empfehlung. Die Anlageplanung begann im Jahre 2009. Die Eindeckung der Solarpaneele auf dem Eternitdach war nicht ganz einfach. Da bereits ein Teil der Anlage im Jahre 2010 in Betrieb genommen werden konnte, basiert der Einspeisetarif auf der Grundlage 2010. Josef Lang will aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen eine Photovoltaikanlage ebenfalls auf seinem Wohnhaus errichten.
Bei Anlagen über 30 kWp (Laststrommessung) ist dem „Elektroteil“ innerhalb des Gesamtprojektes besondere Beachtung zu schenken, indem zu raten ist, dafür qualifizierte Firmen beizuziehen.

Die Basis investiert in die Solartechnik: Genügt dies für die Energietrendwende?

In allen Referaten schimmerte durch, dass einerseits die Notwendigkeit der Energiewende eingesehen wird, die Zukunft den „Erneuerbaren“ gehört, hingegen Zweifel bestehen, ob aufgrund der in der Schweiz geltenden Rahmenbedingungen und politischen Verhältnissen dieser Umbau in vernünftiger Frist realisiert werden kann.
Markus von Arx, Gemeindepräsident von Erlinsbach, SO, von Beruf Elektroniker, betonte, dass er stolz darauf sei, dass in der Gemeinde Landwirte bereit sind, auf „solar“ umzusteigen. Mit einem Blick auf Bewilligungsverfahren hofft er, dass diese bei Projekten der erneuerbaren Energien künftig zügiger abgewickelt werden können. Josef Lang hat bald Gelegenheit, den Praxistest zu machen.

Nationalrätin Bea Heim, angereist im E-Mobil und privat Anwenderin der Solartechnik sowohl photovoltaisch als auch thermisch, ist überzeugt, dass sich das Atomzeitalter in der Schweiz dem Ende zuneigt, da das Risiko –nachgewiesenermassen – für diese Technologie zu gross ist. Sie setzt sich dafür ein, dass diejenige Energie (z. B. die Sonnenenergie), welche bei uns vorhanden ist, auch genutzt wird. Damit dies im grösseren Stil als bisher möglich ist, plädiert sie u. a. für die Aufhebung des „KEV-Deckels“. Es gelte jetzt, den Ständerat davon zu überzeugen. „Schreibt an die Ständeräte E-Mails und erläutert Euren Standpunkt!“ lautet die Empfehlung der engagierten Politikerin. Heim wies ebenfalls auf die vielen Möglichkeiten hin, mittels der erneuerbaren Energien Geld im eigenen Land zu behalten, Arbeitsplätze zu schaffen und die Auslandabhängigkeit zu reduzieren.
Unternehmer und Landwirte sollen die Sonnenstrahlenernte einfahren. Heim ist Mitglied der Solargenossenschaft Solothurn, welche Genossenschaftsscheine ausgibt und Dächer für die Solarnutzung sucht.

Adrian Rudolf vertrat die solothurnischen bäuerlichen Organisationen mit Schwergewicht der Kreditkasse. Er erläuterte im Detail die Möglichkeiten der IK, der Investitionskredite für Landwirte für spezifische Sanierungen und Diversifikationen, darunter den Installationen von Einrichtungen zur Erzeugung von Strom (vorab Biomasse und Solar). Ein Antrag auf IK muss frühzeitig gestellt werden, da eine Reihe von kreditrelevanten Faktoren abgeklärt werden muss, nicht zuletzt, muss die finanzielle Tragbarkeit (Rückzahlung) eines Kredites gegeben sein. Konkret: Ein Antrag und die Bewilligung müssen vor Baubeginn durchgeführt werden. Die Bewilligung wird u. a. dann erteilt, wenn bei einer Solaranlage ein gültiger KEV-Entscheid vorliegt. Einerseits kann man den Landwirten bei ihren Projekten durch ein zinsloses, rückzahlbares Darlehen bis maximal CHF 200 000.- helfen, andererseits darf es nicht zu Überschuldungsproblemen kommen. Nicht nur eigentliche Sachinvestitionen werden unterstützt, sondern bereits Planungskosten.
Rudolf wies u. a. darauf hin, dass in gewissen Gegenden im Kanton Solaranlagen nur dann bewilligt werden, wenn diese sorgfältig in das Dach integriert werden, wobei auch Blindmodule eingesetzt werden können. Es gilt die Juraschutzzone zu beachten.
Die Kreditkasse SO der Landwirte hat seit 2009 bis heute 18 Solarprojekte mit einer installierten Leistung von 1036 kWp bewilligt.

Paul Müri, bekannter bisheriger Landwirtschaftslehrer und Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES) des Kantons Aargau, führte den Landwirten eindrücklich vor, welche energetischen Abläufe insgesamt auf einem Landwirtschaftsbetrieb vorkommen. Er zeigte auf, dass es zusätzlich zum Einsatz von erneuerbaren Energien Anstrengungen bei der Energieeffizienz, aber auch bei der intelligenten Festlegung von Anbauprodukten und deren Verwendung braucht. Welche Energieeinheit steckt in einzelnen Pflanzen, in tierischen Produkten, wie werden diese anschliessend eingesetzt, sind Fragen, welche zu einer Energiebilanz pro Betrieb führen sollten.

Fragen/Antworten. Das  richtige Vorgehen bei einer Feuersbrunst je nach Anlagetyp, Grösse, eingesetzten Wechselrichtern usw. konnte detailliert durch die Firma WindGate AG erläutert werden. Ein spezielles Merkblatt für Feuerwehren besteht und die Information der Feuerwehr am Ort einer Solaranlage über deren Installation ist wichtig. Es gibt eine Reihe von Schutzmöglichkeiten, allerdings müssen diese pro Anlage durch entsprechend ausgebildete Fachleute vorgenommen werden.
Das Recyclieren der Module (hauptsächlich Aluminiumrahmen und Silicium und gewisse elektrische Bestandteile) stellt am Ende der Laufzeit einer Anlage kein Problem dar. Eine Photovoltaikanlage kann je nach Typ und Herkunft der Module unter fünf Jahren (teilweise lediglich etwas mehr als zwei Jahre) die für die Herstellung verwendete Energie kompensieren.

Anwesende Firmen und deren Fachleute:
WindGate AG, Wallisellen, Helvetic Energy GmbH, Flurlingen, SBH, Solar Bau und Handel AG, Münchenstein

Max Meyer, Projektleiter Solarbauern SSES



Bilder


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