Solarbauern Logo                
Aktuell |  Veranstaltungen |  Firmen  |  Beispiele  |  Vergütungsregelungen  |  Links  |  FAQ

Solarrechner thermisch     |  Solarrechner Photovoltaik
Solarbauern
 
 


Tagungsbericht: 2. April 2011 in Bergdietikon, Familie D. und M. Huber-Meier, Langenmoos 137, 8962 Bergdietikon, AG

 

Eindrückliche Anlage

Auf dem Scheunendach des Landwirtschaftsbetriebes Huber in Bergdietikon, AG, realisierte
die Firma MBR Thurgau, resp. MBRSolar AG, 9545 Wängi, TG, eine imposante Aufdach-
Fotovoltaikanlage. 378 Module Schott (Deutschland) mit je 230 Wp werden pro Jahr
schätzungsweise 86 000 kWh elektrische Energie erzielen. Die Modulfläche beträgt 640.40
m2. Die Einspeisung erfolgt an das Aargauische Elektrizitätswerk. 5 Wechselrichter SMA STP
17000 TL sorgen für die Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom, ebenso für die
Optimierung der Leistungen der installierten Module.
Die Anlage ist bei der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) angemeldet, hingegen
noch auf der Warteliste.


Lohnbetrieb: Huber

Die Familie D. u. M. Huber betreibt einen Lohnbetrieb. Dieser feierte sein 30-jähriges
Jubiläum und nahm dies zum Anlass, einem interessierten Publikum die Vorzüge der
Nutzung der Solarenergie anhand der installierten Fotovoltaikanlage darzulegen.
Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt rund 38 ha. Darauf werden angebaut: Weizen,
Raps, Zuckerrüben und Mais. Dazu kommen 3 ha Wald. Dies ermöglicht der Familie Huber
den Verkauf von Holzschnitzeln. Hochlandrinder liefern kostbares Fleisch. Der Lohnbetrieb
ist aufgrund eines hochmodernen und spezialisierten Maschinenparks fähig, Arbeiten von
der Saat bis zur Ernte auszuführen.
Begonnen hatte die Familie Huber vor 30 Jahren mit einem Mähdrescher.


Langfristigkeit ist nur mit hoher Qualität erreichbar

Christian Wolf, MBR Thurgau, erläuterte, dass bei der Anlageplanung und der Ausführung
auf beste Qualität geachtet wurde. Dies gilt insbesondere für die Module und die
Wechselrichter. MBR Thurgau setzt auf deutsche Qualitätsprodukte der Firma Schott. Im
Vordergrund stehen geprüfte Module, welche eine hohe Leistungskonstanz über eine
Mindestanlagedauer von 25 Jahren haben und dadurch die Renditeziele sichern.
Die Einspeisung erfolgt in nächster Nähe der Anlage, wo eine Trafostation installiert ist.
Wolf wies auf eine Vielzahl von Faktoren hin, welche es bei der Realisierung einer Anlage zu
berücksichtigen gilt. (Lage des Objektes, verfügbare nutzbare Fläche, Wetterverhältnisse,
Installationspreis, Vergütungspreis für den Strom, Auswahl der Produkte und ihre sinnvolle
Verbindung) Am Tagungsdatum erreichte die Anlage 70 % der möglichen Leistung, dies
aufgrund des noch nicht optimalen Einstrahlwinkel der Sonne im Monat April. Der oft
vertretenen Meinung, dass je höher die Temperatur, desto höher der Stromertrag
begegnete Wolf mit dem Hinweis, dass ein Grad höhere Wärme einen Leistungsverlust von
rund 0.4 % bewirkt. Die Kühlung der Paneelen mittels einer technisch einwandfreien
Montage auf dem Dach ist ein wichtiger Ertragsfaktor.
Die Diskussion zeigte, dass die Investitionskosten aufgrund der Kostendegression bei den
Modulen sinken und die Netzparität auch in der Schweiz je nach Entwicklung der
Stromkosten in den nächsten Jahren erreicht werden kann.
Wolf wies darauf hin, dass im Falle eines Brandes die verschiedenen Feuerwehren noch
besser zu schulen sind. Merkblätter, wie man sich in einem Brand verhalten soll, bestehen
bereits.


Der Kanton Aargau kennt ein breites Förderprogramm für die neuen erneuerbaren
Energien


Dr. Werner Leuthard, Fachstellenleiter Energie, Kanton Aargau, betonte die Wichtigkeit, dass
gerade Landwirte in neue erneuerbare Energien – Sonnenenergie und Biomasse stehen
dabei im Vordergrund – investieren sollten, nicht zuletzt, weil sie dazu prädestiniert sind.
Die Landwirtschaft kann einen wichtigen Beitrag bei der Lösung der schweizerischen
Energieprobleme leisten. Auf dem Hintergrund aktueller Geschehnisse betonte Leuthard die
Notwendigkeit des Wandels in der Energieversorgung. Er wies auf verschiedene sich in
Prüfung befindende Szenarien des Bundes hin. Leuthard ist überzeugt, dass dank der
Anhebung der Abgabe auf dem konsumierten Strom auf 0.9 Rp. kWh und der Senkung der
Kosten für die Fotovoltaik diese in der Schweiz vermehrt Anwendung finden wird. Dadurch
wird voraussichtlich die Warteliste bei der KEV bis zum Jahre 2013 abgebaut.
Die Energiepolitik des Kantons Aargau umfasst das der Bedarfsentwicklung angepasste
Gebäudeprogramm, welches für energetische Sanierungen Fördergelder vorsieht.
Holzheizungen und Wärmepumpen werden im Zusammenhang mit Renovationen, nicht aber
bei Neubauten, finanziell unterstützt. Solarthermische Anlagen bei Mehrfamilienhäusern
werden aufgrund ihrer Effizienz besonders unterstützt, indem die Beiträge verdoppelt
wurden.
Leuthard rief die Teilnehmenden auf, ein besonderes Augenmerk auf die im Alltag zu
beobachtende Energieverschwendung zu werfen. Die Energiepolitik gelte es neu
auszurichten. Der Zubau an „Erneuerbaren“ und die intelligente Verwendung von Strom
seien dabei unerlässlich.


Diskussionspunkte

Die Diskussion ergab, dass die Entwicklung der Solartechnik sowohl technisch als auch
wirtschaftlich grosse Fortschritte macht, sich eine professionelle Abklärung bei Solar-
Investitionsvorhaben aufdrängt, eine Anmeldung bei der KEV sinnvoll ist, auch wenn eine
Wartezeit in Kauf genommen werden muss und die Schweiz insgesamt gute
Voraussetzungen für die Nutzung der Sonnenkraft hat. Wer über entsprechende
Dachflächen verfügt, soll sowohl die thermische (hoher technischer Ertrag und
Kosteneinsparung) als auch die fotovoltaische Möglichkeit der Solaranwendung nutzen.
Neben der KEV ist es empfehlenswert zu prüfen, ob allenfalls eine Solarbörse den Strom
abnimmt oder ein Investor ein Dach für die Installation einer Solaranlage mieten möchte.

Solarbauern   solarbauern
     
solarbauern   solarbauern
     
solarbauern   solarbauern




 
  Dies ist ein Projekt der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES)                  Kontakt